Live-Literatur mit Risiken und Nebenwirkungen! In schlechten Phasen starrt er stundenlang die Raufasertapete an («irre Action für die Augen»), diskutiert ausgiebig mit sich selbst die Sinnlosigkeit des Aufräumens und lässt sich von einem klingelnden Telefon Schuldgefühle einreden. In sehr schlechten Phasen ist sogar das zu anstrengend. "Sie haben eine Depression", sagt sein Therapeut. "Wenn sie damit meinen, dass meine Hirnchemie laut Arschloch schreit – gebe ich ihnen Recht", sagt er. Unterhaltsam und selbstironisch erzählt Tobi Katze Geschichten über das Leben mit der psychischen Störung, die er mit 4 Millionen Menschen in Deutschland teilt. Spricht man so über Depression? Ja, genau so! Und es darf dabei herzhaft gelacht werden.
Tobi Katze bezeichnet sich selbst humorvoll als Taugenichts und kommt ursprünglich vom Poetry Slam. Inzwischen ist er aber Bestsellerautor und darf deshalb auch im zerknitterten Sakko ins Theater. Das ist super, denn seit einigen Jahren tourt er mit seinen Bühnenshows durchs Land und findet da nur relativ wenig Zeit, um zu bügeln. Texte schreiben hingegen geht ganz gut.
Tobi, geboren 1981, tritt seit mehr als fünfzehn Jahren auf Poetry Slams und Lesebühnen auf. 2007 gewann er den LesArt-Preis der jungen Literatur und 2014 den Bielefelder Kabarettpreis. Im Januar 2014 startete er auf stern.de seinen Blog »Das Gegenteil von traurig« über Leben und Arbeit mit Depressionen.
Im September 2015 veröffentlichte Rowohlt seinen Erzählband »Morgen ist leider auch noch ein Tag«. Das hochgelobte Buch über Depression (Prädikat »Absolut lesenswert« in WDR 2 Bücher) stürmte wochenlang die Top Ten der Spiegel-Bestsellerliste.
Tobi Katze lebt in Bochum und schreibt dort nach wie vor Gedichte, Romane & Essays.
Einlass ist ab 19:00 Uhr